Die richtige Betreuungskraft finden: wie Sie beschreiben, was Sie brauchen

Ihre Mutter steht um halb sechs auf, obwohl sie nichts vorhat. Sie will ihren Kaffee aus derselben Tasse. Sie mag es nicht, wenn jemand beim Sprechen ihre Hand nimmt. Und wenn sie sich aufregt, hilft es nicht, ihr zu widersprechen. Es hilft, das Thema zu wechseln.

Nichts davon steht in einem Pflegegutachten. Und genau das entscheidet, ob die nächsten zwei Jahre funktionieren.

Wie eine Anfrage in unser Netzwerk geht, und warum die Betreuungskraft mitentscheidet

Die Stunde, die wir uns an Ihrem Küchentisch für die Bedarfsermittlung nehmen, ist die Stunde, die Ihnen später drei Monate Ärger erspart.

caresita teilt Ihnen keine Betreuungskraft zu. Wir geben Ihre Anfrage mit einer vollständigen Einsatzbeschreibung in ein Netzwerk qualifizierter Betreuungskräfte. Die Betreuungskräfte entscheiden mit, welchen Einsatz sie annehmen.

Das klingt zunächst nach einem Nachteil für Sie. Es ist das Gegenteil. Wer selbst gewählt hat, kommt freiwillig, bleibt länger und arbeitet besser. Eine Frau, die weiß, dass sie in einen Haushalt mit einem an Demenz erkrankten Menschen, zwei Katzen und einer steilen Treppe geht, und die trotzdem zusagt, wird an Tag 14 nicht überrascht sein.

Aus dieser Konstruktion folgt aber etwas, das Ihnen sonst niemand sagt: Eine unvollständige oder geschönte Bedarfsbeschreibung führt nicht zu irgendeiner Kraft. Sie führt zur falschen.

  1. schlechte Beschreibung
  2. falsche Erwartungen auf beiden Seiten
  3. Überforderung · Konflikt · Abbruch
  4. Neusuche → Versorgungslücke → neue Eingewöhnung
  5. mehr Stress · mehr Zeit · mehr Geld · schlechtere Pflege

Die Versuchung ist verständlich. Man möchte, dass jemand kommt. Also lässt man weg, dass der Vater nachts viermal aufsteht. Oder dass er raucht. Oder dass die Mutter im selben Haushalt ebenfalls Hilfe braucht. Sechs Wochen später bricht der Einsatz ab, und Sie stehen wieder am Anfang, nur müder.

Deshalb kommt bei uns die Beratung vor der Vermittlung. Nicht aus Prinzip, sondern weil die Rechnung sonst nicht aufgeht.

Warum „Pflegegrad 3" fast nichts aussagt

Der Pflegegrad ist eine Leistungsgröße. Er sagt, wie viel Geld die Pflegekasse zahlt. Über den Betreuungsalltag sagt er erstaunlich wenig. Zwei Beispiele, beide Pflegegrad 3:

Beispiel eins: Pflegegrad 3, körperlich stabil, kaum Kontakte

Ein Mann Mitte achtzig.

Körperlich stabil, geht mit Rollator, wäscht sich weitgehend selbst. Aber er ist seit dem Tod seiner Frau kaum noch aus der Wohnung gegangen und spricht an manchen Tagen mit niemandem. Er braucht keine intensive körperliche Unterstützung. Er braucht jemanden, der mit ihm kocht, ihn zum Friedhof begleitet und den Nachmittag nicht als Leerstelle stehen lässt.

Wichtig wären: Geduld, Gesprächsbereitschaft, gutes Deutsch, ein Führerschein.

Beispiel zwei: Pflegegrad 3, Demenz, nachts unruhig

Eine Frau Ende siebzig.

Fortgeschrittene Demenz. Steht nachts auf und sucht ihre Kinder. Braucht Begleitung beim Waschen und Anziehen. Wehrt sich manchmal gegen Hilfe. Perfektes Deutsch nützt hier weniger als ein ruhiger Tonfall und die Fähigkeit, eine Situation zu entschärfen statt sie zu klären.

Wichtig wären: Erfahrung mit Demenz, körperliche Belastbarkeit, ein Zimmer nahe am Schlafzimmer, sehr genaue Absprachen zur Nacht.

Derselbe Pflegegrad. Zwei Betreuungskräfte, die nicht austauschbar sind.

Die vier Blöcke der Bedarfsermittlung: Tag, Mensch, Zuhause, Sie

Wir arbeiten uns durch vier Blöcke. Nicht als Formular, sondern als Gespräch, bei dem wir mitschreiben.

Der Tag

Wann steht Ihr Angehöriger auf, wann geht er ins Bett? Wie oft muss er nachts zur Toilette, und braucht er dabei Hilfe? Wann wird gegessen, was wird gegessen, wer kocht bisher? Gibt es einen Mittagsschlaf? Wie ist der Nachmittag strukturiert: Spaziergang, Fernsehen, Besuch? Gibt es Wegläufe oder Situationen, in denen er die Wohnung allein verlässt? Welche Medikamente stehen zu welcher Zeit bereit, und wer richtet sie? Kommt ein Pflegedienst, wann und wofür?

Der Mensch

Was hat er beruflich gemacht? Welche Sprache spricht er, wenn er müde ist? Was mag er nicht: Fernsehen beim Essen, Duschen am Morgen, fremde Menschen im Schlafzimmer? Wie geht er mit Widerspruch um? Braucht er körperliche Nähe oder Distanz? Ist er gläubig, und spielt das eine Rolle? Was beruhigt ihn zuverlässig? Und was hat in der Vergangenheit schon einmal zu einem Konflikt geführt?

Das Zuhause

Welches Zimmer steht zur Verfügung: Größe, Fenster, Heizung, Schloss an der Tür? Gibt es ein zweites Bad oder wird geteilt? Wie viele Treppen führen zur Wohnung? Gibt es WLAN? Leben Tiere im Haushalt? Wird geraucht, und wo? Steht ein Auto zur Verfügung, und wird ein Führerschein gebraucht?

Und die Frage, die am häufigsten vergessen wird: Lebt eine zweite Person im Haushalt, die ebenfalls Unterstützung braucht? Wenn ja, muss das im Einsatz und im Vertrag stehen. Sonst arbeitet jemand für zwei und ist nach acht Wochen weg.

Sie selbst

Wie oft sind Sie da? Wohnen Sie in der Nähe oder kommen Sie aus Hamburg? Wer in der Familie entscheidet, wenn etwas zu entscheiden ist, und wer entscheidet, wenn diese Person im Urlaub ist? Wie wollen Sie über den Alltag informiert werden: täglich, wöchentlich, nur wenn etwas ist? Und wie möchten Sie es geklärt haben, wenn etwas nicht passt: direkt mit der Betreuungskraft oder über uns?

Wir schreiben das auf, Sie lesen es gegen, und daraus wird die Einsatzbeschreibung, die die Betreuungskraft vor ihrer Zusage bekommt. Vollständig. Auch die unangenehmen Teile.

Sprachniveau A1 bis C1: was jede Stufe im Alltag bedeutet

Betreuungskräfte werden im Markt nach Deutschkenntnissen in Stufen eingeteilt. Bei unserem Netzwerkpartner in vier Kategorien, die sich an den europäischen Referenzniveaus A1 bis C1 orientieren. Diese Stufen wirken auf den ersten Blick wie Qualitätsstufen. Sie sind es nicht. Sie sind eine Verständigungsfrage.

Sprachniveaus von Betreuungskräften: was damit möglich ist und wann welche Stufe passt
StufeWas damit möglich istWann sie passt
Grundkenntnisse (etwa A1)Alltagswortschatz, einfache Sätze, Absprachen zu Haushalt, Essen, TerminenWenn Angehörige oder Nachbarn regelmäßig erreichbar sind und der Betreute selbst wenig spricht
Erweiterte Grundkenntnisse (etwa A2)Alltag sicher, einfache Telefonate, Verständigung mit dem Pflegedienst über BekanntesDer häufigste Fall in der Praxis
Gutes Deutsch (etwa B1)Gespräche über Persönliches, Arzttermine, Erklärungen entgegennehmen und weitergebenWenn viel gesprochen wird, wenn Termine begleitet werden, wenn der Betreute Gesellschaft braucht
Sehr gutes Deutsch (etwa B2–C1)Nahezu uneingeschränkt, auch komplexe Themen und KonflikteWenn Ihr Angehöriger geistig fit ist und Austausch die eigentliche Leistung ist
Orientierung an den europäischen Referenzniveaus A1 bis C1 · Quelle: Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen

Eine Kraft mit Grundkenntnissen kann bei einem Menschen mit Demenz die bessere Wahl sein als eine mit perfektem Deutsch, wenn sie ruhiger ist.

Bei fortgeschrittener Demenz trägt der Tonfall weiter als der Wortschatz. Wer die Stufe automatisch nach oben wählt, zahlt mehr für etwas, das im konkreten Fall nicht das Entscheidende ist. Wir sagen Ihnen, was in Ihrer Situation zählt.

Zwei Menschen am Küchentisch, alltägliche Szene

Worauf es am Ende ankommt

Nicht die Qualifikation entscheidet allein, sondern ob der Alltag zusammenpasst.

Der Hausbesuch, und warum wir zu Ihnen kommen

Wir kommen zu Ihnen, weil man die Treppe sehen muss, um sie zu beschreiben. Weil sich am Küchentisch anders spricht als am Telefon. Und weil Ihr Angehöriger dabei sein sollte. Es geht um sein Zuhause.

Was in dieser Stunde passiert:

  • Wir hören zu und fragen nach.
  • Wir sehen uns das Zimmer an, das zur Verfügung steht, und sagen Ihnen ehrlich, ob es geeignet ist.
  • Wir gehen die vier Blöcke von oben durch.
  • Wir prüfen, welche Leistungen der Pflegekasse Ihnen zustehen und ob der Pflegegrad noch zur tatsächlichen Situation passt.
  • Wir rechnen Ihnen die Kosten für Ihre Situation aus, vollständig, inklusive Kost und Logis, An- und Abreise und Feiertagszuschlägen.

Und wenn wir zu dem Ergebnis kommen, dass Betreuung in häuslicher Gemeinschaft für Sie die falsche Lösung ist, sagen wir Ihnen das und was stattdessen richtig wäre.

Das Gespräch dauert in der Regel 60 bis 90 Minuten. Es ist kostenfrei und unverbindlich. Sie unterschreiben an diesem Tag nichts.

Der Vorbereitungsbogen: kostenlos, ohne Formular

Sie können vieles schon vorher notieren. Deshalb stellen wir unseren Vorbereitungsbogen als PDF zum direkten Download bereit, ohne E-Mail-Adresse, ohne Registrierung, ohne dass wir erfahren, dass Sie ihn geladen haben.

Er enthält die Fragen aus den vier Blöcken auf sechs Seiten zum Ausfüllen mit der Hand. Sie können ihn auch nutzen, wenn Sie sich am Ende gegen uns entscheiden. Jede Agentur, die etwas taugt, wird Ihnen dieselben Fragen stellen.

Die Verbraucherzentrale nennt oberflächliche Online-Fragebögen anstelle persönlicher Gespräche ausdrücklich als Warnsignal für unseriöse Anbieter. Wir drehen das um: Der Bogen ist die Vorbereitung auf das Gespräch, nicht sein Ersatz.

Was passiert, wenn es nicht passt

Manchmal passt es nicht. Nicht weil jemand einen Fehler gemacht hat, sondern weil zwei Menschen zusammenleben sollen, die sich vorher nicht kannten.

In den ersten Tagen. Wir melden uns nach der Ankunft aktiv bei Ihnen, Sie müssen sich nicht melden, wenn etwas ist. Kleine Reibungen in der ersten Woche sind normal und meistens Absprachen, die noch fehlen.

Wenn es größer ist. Sie rufen uns an, und wir kommen. In der Regel innerhalb von 30 Minuten, weil unser Büro in der Luisenstraße 84 in Offenbach am Main liegt und nicht in einem anderen Bundesland. Wir sprechen mit beiden Seiten, getrennt und dann gemeinsam.

Wenn ein Wechsel nötig ist. Wir organisieren ihn. Sie suchen nicht selbst. Wie schnell eine Nachbesetzung möglich ist, hängt vom Netzwerk und vom Zeitpunkt ab. Realistisch sind wenige Tage bis zwei Wochen, und wir sagen Ihnen von Anfang an, was gerade realistisch ist, statt einen Termin zu nennen, der gut klingt. Für die Übergangszeit organisieren wir stundenweise Entlastung, soweit möglich.

Und die andere Richtung: Auch die Betreuungskraft kann einen Einsatz beenden. Wie das abläuft und welche Rechte sie dabei hat, steht auf Für Betreuungskräfte. Wir schreiben es dort genauso deutlich hin wie hier.

Häufige Fragen zur Auswahl der Betreuungskraft

Was muss ich beschreiben, damit die passende Betreuungskraft gefunden wird?

Beschreiben Sie den Tagesablauf, den Menschen, das Zuhause und Ihre eigene Rolle, vollständig und auch die schwierigen Punkte. Die Betreuungskraft entscheidet auf Basis dieser Beschreibung, ob sie den Einsatz annimmt. Fehlt eine wesentliche Information, sagt möglicherweise jemand zu, der die Situation nicht bewältigen kann. Dann beginnt die Suche von vorn.

Was passiert, wenn die Betreuungskraft krank wird oder abbricht?

Wir organisieren den Ersatz, Sie suchen nicht selbst. Sie erreichen uns unter 069 76 87 87 87, wir klären die Situation vor Ort und leiten eine Nachbesetzung über das Netzwerk ein. Für die Übergangszeit organisieren wir stundenweise Entlastung, soweit verfügbar. Realistisch sind wenige Tage bis zwei Wochen.

Kann ich mir die Betreuungskraft aussuchen?

Ja, und sie sich Sie. Wir stellen Ihnen in der Regel innerhalb von ein bis drei Tagen Personalvorschläge vor, mit Profil, Erfahrung und Sprachniveau. Sie entscheiden. Zugleich hat die Betreuungskraft die vollständige Einsatzbeschreibung gelesen und zugesagt. Beide Seiten wählen, deshalb halten die Einsätze länger.

Wie lange dauert es vom ersten Anruf bis zur Ankunft?

In der Regel 10 bis 14 Tage. Darin enthalten sind Erstgespräch und Bedarfsermittlung, die Netzwerkanfrage mit Personalvorschlägen nach ein bis drei Tagen, Ihre Entscheidung, der Vertragsschluss und die Anreise. In akuten Situationen, etwa bei einer bevorstehenden Klinikentlassung, sagen wir Ihnen am Telefon, was tatsächlich möglich ist.

Erstgespräch vereinbaren: kostenfrei und unverbindlich